Teil 1
Im Laufe der Zeit hatte ich das Gefühl, dass das Fahrwerk bei höheren Geschwindigkeiten und schnelleren Kurven ein wenig unruhig wird. Diese Unruhe habe ich allerdings nicht dem Alter des Federbeins zugeschrieben, sondern der wohl weniger verwindungssteifen Schwinge. Da die schönen Überzugschwingen einiger früher W-Modelle selten und teuer sind und der Umbau nun nicht wirklich eine Herausforderung darstellt, habe ich mir in den Kopf gesetzt, entweder eine Schwinge der R1, der SRAD oder der 1000er K-Modelle zu verbauen. Als Anforderungen galten für mich:
- leichter
- steifer
- kein längerer Radstand
- 5,5" oder 6"-Felge montierbar (falls der 190er doch zu unhandlich werden sollte)
- keine gravierenden Teile schwächen oder nur durch schlechte Improvisation realisierbar sein
Die Wahl fiel letztendlich auf eine SRAD-Schwinge und eine 6"-Felge der SRAD, unter anderem weil die Felgen der K-Modelle aufgrund des fehlenden Mittelstegs zu sehr von den geschwungenen Rädern der Öligen abweichen. Die folgende Seite spiegelt nur meine Erfahrungen beim Einbau einer Suzuki-SRAD-Schiwnge in eine Suzuki GSXR 750 (Typ: GR7AB, Bj. 90) wider und soll als Anregung dienen. Keinesfalls sind die vermerkten Daten als Absolutaussagen zu verstehen. Bei Umbaumaßnahmen dieser Art ist immer auf das Gewicht ähnlicher Fahrzeugtypen, verwendete Materialien, Materialpaarungen und Einsatzzweck zu achten.Desweiteren ersteht sich von selbst, das solche Umbauten nur mit entsprechendem Fachwissen und - ganz wichtig - in vorheriger Absprache mit einem fachkundigen TÜV-Prüfer durchgeführt werden sollten.
Da sich die Seite momentan noch im Bearbeitungsstatus befindet, sind noch nicht alle Daten vorhanden. Die mit "X" gekennzeichneten Stellem werden im Laufe der Zeit nachgetragen.
Der Übersicht halber gibt`s hier eine Unterteilung in
| Die benötigten Teile |
Zum Umbau werden folgende Teile benötigt:
Teile |
Abmessungen |
Anmerkungen |
Umlenkung |
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Umlenkhebel SRAD |
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Distanzhülsen des SRAD-Umlenkhebels |
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Distanzplatte 25 mm |
für obere Federbeinaufnahme, oder Federbeinaufnahme neu fräsen lassen |
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Distanzstücke (Alu) |
Di=20 mm; Da=30 mm; L = 13,5 mm |
Spielausgleich des Umlenkhebels am Rahmen |
Gummidichtringe |
Di=20 mm; Da=30 mm; L = 1 mm |
dann Distanzstücke um ca. 1 mm kürzen |
Streben der ??? |
Länge 135 mm, Bohrungsdurchmesser 14,05 mm |
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Schwinge & Felge |
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Hinterradschwinge SRAD (komplett ) |
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Hinterradfelge SRAD (komplett) |
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| Bremssattelhalter SRAD | Der Bremssattel passt von Öliger,W oder SRAD, es bestehen nur minimale Unterschiede im Aufbau |
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Schwingenachse |
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Schwingenachse der Öligen |
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Lagerringe der Öligen |
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Lagerbuchsen der SRAD |
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2 Distanzen |
Di=20 mm; Da=30 mm; L = 1 mm inkl. |
sonst fallen die Lagerringe der Öligen in die hohle Distanzwelle der SRAD, alternativ neue Lagerringe drehen (s. Skizze unten) |
| Federung | ||
| originales Federbein der Öligen | L=310 mm, Breiten der Aufnahmen 30 mm | |
| Schrauben jeglicher Länge | ||
Distanzen für die Fussrastenanlge |
Di=10,1 mm; Da=20,4 mm; L = 4 mm (2x, rechts) |
gilt zumindest für die Verwendung einer Lucas-Rastenanlage |
| an originalen Teilen werden also Folgende benötigt |
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| von der Federung der GR 7 AB | von der Schwinge der GR 7 AB | von der Federung der SRAD | von der Schwinge der SRAD |
| So sieht`s aus |
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| Die originale Schwinge | Die Schwinge der GSXR 750 SRAD |
| Federbeine |
Hier noch mal eine kleine Auflistung diverser ähnlicher Teile an Federbeinen, Zugstreben, Schwingen und Umlenkhebeln.
Bei den Federbeinen hat man unterschiedliche Möglichkeiten allerdings scheinen diese deutlich mehr Arbeit zu verursachen, als zunächst das originale Federbein der "Öligen" beizubehalten. Schlanker und leichter sind natürlich die neueren Federbeine, insbesondere die mit angegossenem Behälter. Aber es scheint so, als ob entweder die Umlenkung ungünstig wird oder aber ein neuer Halter an der oberen Aufnahme gefertigt werden muss. Umdrehen des originalen, schraubbaren Halters hilft nicht, da aufgrund der Geometrie für die Aufnahmeköpfe der Federbeine kein Bewegungsspielraum mehr bleibt.
Problematisch dürfte die Umlenkung alleine aus dem Grund werden, dass die Aufnahmepunkte der Zugstreben der "Öligen" oberhalb der Schwinge, die der SRAD unterhalb der Schwinge angebracht sind (s.o.).
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Länge: 310 mm |
Länge: 350 mm |
Länge: 320 mm |
Länge: 325 mm |
| Suzuki GSXR 750/1100 (nur ölige) | Suzuki GSXR 750 SRAD | Suzuki GSXR 750/1000 K4 | Kawasaki ZX 9 R |
Die Zugstreben ermöglichen zum einen eine geänderte Anlenkung des Umlenkhebels und natürlich eine Verstellung des Abstandes von der Schwinge zum Heckrahmen. Somit hat dies natürlich auch Auswirkungen auf den Lauf der Kette auf dem Kettenschleifer. Trifft die Kettte dort zu steil auf, hält der Schleifschutz nicht allzu lange. Und da ein Original-Ersatzteil meist ziemlich teuer ist, sollte man da von vorne herein drauf achten.
Länge Auge-Auge: 190 mm |
Länge Auge-Auge: 145 mm |
Länge Auge-Auge: 170 mm |
Länge Auge-Auge:155/165/175 mm |
| Suzuki GSXR 750/1100 (nur ölige) | Suzuki GSXR 750 SRAD | Suzuki GSXR 750/1000 K3/K4 | Kawasaki ZXR 750 |
| Länge Auge-Auge: 190 mm Breite der Strebe: Dicke der Strebe: 5 mm Dicke der Distanzen: 20 mm bringt das Heck hinten ca 3 cm höher |
Länge Auge-Auge: 180 mm Dicke der Strebe: 5 mm |
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| Suzuki GSXR 750/1100 LSL | GSX-F 1200 Bandit |
Die aktuelle Länge der verbauten Zugstreben beträgt 135 mm.
Schwingen
Hier noch eine Auflistung der Schwingen, dabei bedeuten die in der Tabelle angegebenen, leider noch nicht vollständigen Daten:
Länge: Länge vom Mittelpunk der Schwingachse bis zum Beginn der Aufnahme für die Radachse
Breite vorne: Breite der Schwinge an der Schwingenaufnahme mit (ohne) Abdeckkappen
Breite hinten:
Breite der Schwinge an der Radaufnahme innen (außen)
Achsdurchmesser S/R: Achsdurchmesser der Schwingenachse/Radachse
Achslängen: Länge der Achsen (Rahmen/Rad) über alles
LdmZu: Lagerdurchmesser der Zugstrebenaufnahme bzw. Hülsendurchmesser außen
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Länge: 530 mm |
Länge: 510 mm |
Länge: X mm |
Länge: 520 mm |
| Suzuki GSXR 750/1100 (GR7AB/GV73C) | Suzuki GSX-R W mit Überzug | Suzuki GSXR 750 SRAD | Suzuki GSXR 750/1000 K4 und K5 |
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2, 3 |
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Länge: 520 mm |
Breite vorne: 237/225 mm auch: 242 ohne/ 248 mit Lagerbuchse versetztes Federbein Informationen zum Umbau bei Sellifighter. |
Länge: X mm Breite vorne: 213 (X) mm Breite hinten: X mm Achsdurchmesser S: X mm Achsdurchmesser R: X mm Achslängen: X |
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| GSX-F 1200 Bandit (1996-2005) (Danke an Robsch!) |
Honda VFR 750 RC 36 (je nach Baujahr -93/ab 93)) |
Honda RC30 |
Die Schwingen von der 750er und 1000er K1,2,3 sind gleich und können problemlos beispielsweise in die GSXR 600 übernommen werden, bei der K3 muss die hintere Bremssattelaufnahme von der K3 mitverbaut werden. Ab der K4 wird es schon schwieriger, da die Aufnahme für die Umlenkung anders ausgelegt ist, Schwingenbreite und Länge sind jedoch gleich. Ab K5 wird die Schwinge angeblich wieder etwas länger, wodurch beim Umbau dann wieder andere Probleme entstehen.
Umlenkhebel
Hier noch eine Auflistung möglicher Umlenkhebel, dabei bedeuten die Daten: A: Länge Federbeinaufnahme-Rahmenaufnahme (Für ein CAD-Programm sind D,E und F nicht zwangsläufig notwendig.) Die Breiten der Aufnahmen sowie die Durchmesser der jeweiligen Hülsen sind ebenfalls vermerkt |
Hier gibt`s die wichtigsten Umlenkhebel als PDF-Datei. |
| Vorgehensweise zum Umbau |
Auf den Winter warten... Dann erst einmal das Motorrad aufbocken, alles am hinteren Fahrwerk auseinander nehmen, Schrauben und Muttern reinigen (insbesondere die Gewinde) und auf Schäden, (z.B. vermurkste Schraubenköpfe) untersuchen. |
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Die obere Federbeinaufnahme mit der Distanzplatte hinterlegen. Den Druckstufenversteller am Federbein unten demontieren, da er sonst gegen den Umlenhebel schlägt. Je nach verwendeter Umlenkung ist dies nicht unbedingt erforderlich. |
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Die Schwinge der SRAD mitsamt Distanzen der luft-/ölgekühlten und der SRAD verwenden. HIer die alte Lagerhülse der Öligen einfach in die der SRAD schieben; oder aber neue Lagerhülsen verwenden. |
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| Das Problem ist Folgendes: Alternativ lassen sich hier links und rechts von den Lagerhülsen auch kleine Distanzschieben verwenden, doch das wird zum einen eine fummelige Arbeit und bedeutet auch mehr Gesamtspiel - und langfristig mehr Verschleiß - im System. |
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Den Umlenkhebel der SRAD montieren (samt Distanzen, Dichtungen, Unterlegscheiben), das Federbein hinterher. Die hier an der Rahmenaufnahme benötigten Distanzen sind rechts zu sehen. Evtl. etwas kürzen und eine Gummidichtung zwecks Spritzwasserschutz zwischen Umlenkhebel und DIstanz packen. |
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| Das sieht dann ungefähr so aus: | ![]() |
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| Und wenn man die Schwinge hinten mal mit Kraft anhebt: (links-unbelastet, rechts-belastet) |
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| Und das Federbein steht unter Belastung auch mittig. | ![]() |
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| Ein kleines Problem egibt sich mit der Fusssrastenanlage (Lucas) und dem Abstand zur Schwinge. | ![]() |
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| Distanzen hinter den Halteschrauben der Fussrastenanlage beseitigen das Problem. | ![]() |
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So in etwa wird`s dann mal aussehen... Fertige Bilder befinden sich unter Bilder 2006. |
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| Alles fetten, festziehen und die Kette montieren. | ||
| ALLES AUF LEICHTGÄNGIGKEIT PRÜFEN! | ||
| Fahrwerk abstimmen | ||
| SPASS HABEN! | ||
| Zusatzinformationen |
Radlager
Sollten mal neue Radlager fällig werden, ist`s bei den SRAD-Modellen etwas schwerer. Hier greift man entweder auf originale Lager von Suzuki oder aber auf Lager der Firma Koyo zurück:
NSK 60/32 908 (ungedichtet) oder
Kojo 60/32 2RS (beidseitig abgedichtet)
Erhältlich sind diese Lager beispielsweise bei
Knapp Wälzlagertechnik GmbH [Tel. 0711/585680-0]
Goldenstein
Ebay
| Stand: 14. Mai 2006 | Fahrberichte folgen dann in Kürze, denn langsam wird`s wieder warm draußen. |
| Juni/Juli 2006 | Die Dämpfung ist ein wenig schwach, daher habe ich nch mal den Umelnkhebel ändern müsen. Mittlerweile weiss ich leider nicht mehr genau, welcher nun zur K4/SRAD/ZXR gehört. |
| August/September 2006 | Die Dämpfung ist zwar besser, aber noch zu komfortabel für die entwas sportlichere Runde. Nach 1800 km ist leider direkt auf Korsika der erste Hinterreifen herunter gefahren. |
| Winter 2006/2007 | Das Fahrwerk ist erneut demontiert. Auf der Suche nach weiteren Lösungsansätzen werde ich wohl wieder mal die obere Federbeinaufnahme ändern und das bereits herumliegende WP-Federbein einbauen. Weitere folgt in Teil 2. |
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